Der Sprung in die Nordnormadie


Seglerisch ist alles rasch erzählt:
Wetterbericht:
Morgens W 2/3, Mittags NW 2, Nachmittags N 2
Das laue Windchen bringt unseren sieben Tonnen schweren 'Kleinen Flügel' nicht in Fahrt...
Also wird motort werden müssen.
Nichts desto trotz gab es einige Erlebnisse.

Schon die Abfahrt war ein Erlebnis für sich. Um halb vier aus den Federn, um halb fünf gehen die Leinen los, damit wir möglichst viel vom Ebbstrom profitieren können. Mittlerweile haben wir schon bis zu drei Knoten Strom, da möchte man möglichst nicht gegenan fahren...

Leider verwackelt: Blick zurück nach Fecamp

Interessante Felsformationen ...

... ein kleiner Torbogen ...

... und dann bei Étretat: ...

... die riesigen Felsenbögen ...


 ... Sicher sehen sie noch imposanter aus, wenn die Sonne in einem besseren Winkel steht, aber wir waren um 5:30 morgens, eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang, dennoch begeistert!

Bald darauf haben wir den ersten Delphin auf dieser Reise gesehen, zwar nur kurz, aber klar und deutlich. Aber eben so kurz, dass keine Zeit, blieb den Bildbeweis zu liefern :-)



 Am 7.7.2018 um 07:48 haben wir den Nullmeridan überschritten, ab jetzt sind wir westlich von Greenwich.

Dann, kurz vor 14:00, ein leiser Schlag am Rumpf, Blick nach hinten und Motor in den Leerlauf stellen passiert gleichzeitig: Wir haben uns in einer Leine verfangen!
Erste Erkenntnis: Sie hängt an beiden Rudern. Mit Mühe und Not gelang es dem Skipper, die Leine, die uns fest hielt, abzuschneiden und, flach auf der Badeplattform liegend, das rechte Ruder mit dem Enterhaken von der Leine zu befreien.
Brigitta nahm sich des linken Ruders an, hier hatte sich die Leine völlig verknotet und war bei 2,5 Knoten Strömung nicht zu lösen. Sie hat alles so kurz abgeschnitten, dass sichergestellt war, dass kein Ende in die Schraube des Motors kommen kann.

Die Crew mit dem Ärgernis
Später im Hafen, ohne Strömung, konnte ich dann die Reste des Knotens problemlos entfernen.
Trotz 23° Wassertemperatur benötigte der wasserscheue Skipper lange zur Abkühlung :-)
Wir haben Glück gehabt, dass die Leine nicht in die Schraube gekommen ist!

Schließlich laufen wir nach 13 Stunden im sicheren Hafen von Saint-Vaast-la-Hougue ein. Ein netter Hafenmeister weist uns einen Platz zu - an der Tankstelle...
 Schnell ist klar, warum: Es gibt keine anderen Plätze mehr, weil morgen die Segelregatta Tour de Ports de la Manche hier startet, 85 Boote mit über 500 Seglern nehmen teil!

Die kleinen Motorboote müssen auf der Rückseite der Tankstelle tanken

Die schicke Capitanerie
Kurz nach acht schließt das Fluttor. Man ist gefangen im Hafen, aber so bleibt während der Ebbe genug Wasser im Hafen, damit die Boote schwimmen können.
Das Fluttor

Saint Vaast ist auch ...

... ein recht großer Fischereihafen ...

... Entsprechend gibt es fanstische Fische und Fischgerichte im Fischladen und Restaurant

Die Fähre zur vorgelagerten Insel Ile Tatihou braucht keinen Anleger,
sie fährt einfach die Sliprampe hinab

Im Hintergrnd Ile Tahitou



Der Abend endete mit vielen Gesprächen mit den Regattateilnehmern.
Sie werden um 08:30 Uhr starten, wir planen, mit ihnen auszufahren.

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