Kurze Fahrt nach Oskarshamn

Schon um fünf Uhr hat der Wecker geklingelt, der Wecker in Form der Ankerkette!

In unregelmäßigen Abständen war ein kratzendes, scheuerndes Geräusch zu hören,  welches uns aus dem Schlaf aufschreckte. Offensichtlich kam es vom Anker oder der Ankerkette. Die Bucht ist zum Schwoien sehr eng, wir hatten relativ wenig Ankerkette gelegt, ob der Anker schleifte?
Bei strahlendem Sonnenschein wurde alles inspiziert.
Der Wind hatte auf Nord gedreht, die Ankerbucht hinter Skärvarp ist in der Nord-Süd-Richtung aber ganz offen. Nun lagen wir mitten in der Bucht und schwoiten hin und her. Bei jedem "hin" und bei jedem "zurück" schrappte die Kette offensichtlich über einen Stein. Das ergab ein unangenehmes Geräusch, das sich auf den ganzen Bootsrumpf übertrug. Eine Gefahr bestand nicht, aber der Skipper konnte natürlich nicht mehr einschlafen. Stattdessen kochte er Kaffee und setzte sich vor das Tablet, das den Plotterbildschirm abbildete und beobachtete den Schwoikreis.
Dann ging auch noch der Unterspannungsalarm los! Seit Tagen schon hatten wir den Verdacht, dass die Batterien in die Knie gehen, jetzt war es soweit. Es tat mir richtig leid, in der traumhaften Morgenstimmung den Motor anzulassen, um die Batterien aufzuladen. Ein Geräusch, das in diese (fast) menschenleeren Gegend einfach nicht hingehörte und das Schnalzen der Fische nach Mücken und den Gesang der Vögel übertönte...
Aber es ging nicht anders, an Bord brächen sonst alle elektronischen Geräte zusammen und die Batterien würden nur komplett ruiniert. 30 Minuten lief der Motor und konnte die Batterien dazu bewegen, ein kleines Quäntchen Energie zu speichern. Es reichte immerhin für die Startvorbereitungen.

In Schleichfahrt ging es aus der steinigen Enge vor der Bucht hinaus und zurück auf das Schärenfahrwasser , wo es - wieder einmal - keinen Wind gab.

So wenig Wind, dass nicht einmal die Europa- oder die Gastlandflagge auch nur ein bisschen auswehten.
Gut, dass wir nur 20 Meilen zu fahren hatten. Wir freuen uns nämlich, dass morgen unser Enkel mit seinen Eltern kommen wird und wir eine knappe Woche zusammen verbringen werden.

So lange werden auch die Blogberichte pausieren. Danach geht es wieder weiter!

Wie am Vortag - wieder schön!

Tatsächlich, die Bedingungen waren dem Freitag ziemlich ähnlich, der Wind blies wieder nur mit 2-3 Bft, allerdings heute aus Nordost, bei unserem südlichen Kurs also eher ein raumer Wind. Das reichte leider nicht, uns genügend Vortrieb zu verleihen. Also musste der Motor herhalten - was nichts machte, denn es ging heute wieder durch sehr abwechslungsreiches Schärengebiet und es gab viel zu schauen.

Gleich zwei, und auch noch lebende Galionsfiguren

Paddler im offenen Wasser

Der Skipper steuert und bekommt ...

... das Wichtigste aus der Badischen Zeitung vorgelesen


Wir liegen in der kleinen Bucht westlich Skärvarp vor Anker

Die untergehende Sonne erzeugt ein spezielles Licht, ...
... das alles warm beleuchtet ...


... und schließlich noch spektakulär wird

Abfahrt: 09:00 Bokö, Hamnvik Bucht 
Ankunft: 17:15 westlich Skärvarp vor Anker
Etappe:     43 sm
Törn:     1098 sm


Tolle Überraschung!

Die Windvorhersage lautete: Morgens Nordost 2/3 Bft, danach Südost 3/4 Bft.

Unser Weg sollte südlich führen, allerdings mit deutlicher östlicher Komponente, da die Küste hier etwas vorspringt. So waren wir für die meiste Zeit auf Gegenwind eingestellt, als wir los fuhren.

Von der Vorhersage stimmte die Richtung, allerdings blieb es den ganzen Tag bei zwei bis drei Beaufort. Durch die leichten Winde und die Schären konnte sich auch keine Welle bilden. Perfekt für die LITTLE WING, höher als üblich an den Wind zu gehen. Und tatsächlich, wir hatten einen schönen, noch dazu sonnigen, Segeltag durch die Schären.


Große offene "Seen" wechselten sich mit engen und sehr engen Passagen ab.

In der Umgebung von Arkösund wurde die Bebauung mit Ferienhäuschen dichter...

... die Häfen größer ...

... und die Wasserfahrzeuge spektakulärer.

Hoch am Wind machen wir ...

... aus 7 kn Wind 4,5 kn Fahrt

Es gibt ausgesprochen viele Regatten, wir bekommen sogar von Einheimischen ein Lob zugerufen (als sie uns mit einer X Yacht überholen ...)

Gerade noch rechtzeitig bevor ein Schauer über uns nieder ging war der Anker gefallen, ...

... und es folgte ein schöner Regenbogen. ...

... Schon bald schien wieder die Sonne und überzog alles mit einem lieblichen Abendlicht.

Abfahrt: 09:00 Nävekvarn
Ankunft: 17:15 Bokö Hamnvik Bucht 
Etappe:     37 sm
Törn:     1055 sm

Idag är sommaren

"Idag är sommaren" hörte Brigitta heute Abend einen Schweden freudig sagen. Uns hat es auch sehr gefreut, es ist angenehm warm, die Sonne scheint, was will man mehr?

Naja, seglerisch gesehen hätte man sich ein bisschen Wind gewünscht; der fiel heute nämlich komplett aus. 
Die Vorhersage von wetterwelt.de:
Tagsüber umlaufend 0 - 1, also nischt...
Aber man kann es immer nur wiederholen: Lieber schönes Wetter ohne Wind als schlechtes Wetter mit zuviel Wind :-)

Alles motort, nichtsdestotrotz ...

... sind die Ausblicke sehr speziell, ...

... und die Schären teilweise ordentlich hoch.

Sehr schöne Ferienhäuser ...

... und Leuchttürme säumen unseren Weg

Zum Abendessen gibt es chinesisch. Gemüse mit Rindfleisch und Reis

Ein schöner Sonnenuntergang beendet den Sommertag.

Abfahrt: 09:00 Ringson - Bucht
Ankunft: 13:30 Nävekvarn
Etappe:     25 sm
Törn:     1018 sm

Heute also fuhren wir in diesem Sommer die 1000ste Seemeile

Endlich wieder Sonne!

Nordwind war uns angekündigt worden, Stärke 4, Böen 5 Bft. Später abnehmend und Abends auf 1 Bft und rechtdrehend auf Südwest. Wir freuten uns auf einen schönen Segeltag. Aber zunächst kam der Gang zum Bäcker. Die Dalarö Bakeri öffnet um sieben Uhr und hat neben gutem Brot und Brötchen auch sehr leckere Zimt- und Kardamomschnecken.

Abschied von Dalarö
Die Segel weit aufgestellt, um möglichst viel Wind in Vortrieb umzusetzen. Im Vordergrund wird Mittagschlaf gehalten 
Die Sonne wärmt, aber der Nordwind ist recht kühl.

Wir sind nicht mehr allein auf weiter Flur ...
Allerdings hat niemand das gleiche Ziel wie wir.
Es gibt wieder viel zu sehen ...

... und zu bestaunen.

Nachmittags wird es wärmer
 
Vor Anker fest auf Ringson. Wir beschließen es ist Sommer und es gibt einen Campari Orange als Anlegeschluck.
Später folgt Entrecôte mit Bratkartoffeln und Tomatensalat ...
Noch später gibt es einen schönen Sonnenuntergang.

Abfahrt: 09:15 Dalarö
Ankunft: 18:15 Ringson vor Anker
Etappe:     47 sm
Törn:      993 sm

Es ist immer noch ziemlich frisch...

Heute Morgen um acht hat es bei uns 14 Grad. Brigitta vergleicht Wohnorte der Familie und von Verwandten und Bekannten in ganz Deutschland: Überall hat es 14° Celsius. Es gibt nur einen kleinen Unterschied, bei uns bleibt es den ganzen Tag bei dieser Temperatur...

Wie kommt die Müllabfuhr auf eine Insel? Mit dem Schiff
Wie kommt die Post? ...
Los geht es um zehn Uhr. Die Situation ist die gleiche wie am Vortag, wir fahren südliche Richtungen, der Wind kommt aus nördlichen Richtungen mit 4/5 Bft. Wir fahren mit der Genua. Das ist in den Schären recht praktisch, weil es relativ schnelle Kurskorrekturen erlaubt.

Seglerisch schön, klimatechnisch wärmt auch das Lesen der Badischen Zeitung nicht wirklich...
Schließlich fest in Dalarö ...

... Hier gibt es außer schönen Schiffchen (Vordergrund) auch nette Häuschen (Hintergrund).
Abfahrt: 10:00 Ingmarsö Krog
Ankunft: 16:30 Dalarö
Etappe:     30 sm
Törn:      946 sm

Es ist ziemlich frisch...

Die ganze Nacht hat es stramm aus Nord mit 4-5 Bft gewindet, entsprechend hat es in unserem nach Norden offenen Hafen ordentlich hinein geblasen. Es hat abgekühlt, wie stehen bei 13° auf. Die Heizung hat Mucken und zündet nicht richtig, es dauert ewig, bis es einigermaßen überschlagen ist.
Der Wind kommt von Norden, wir wollen in den Süden, wir werden innerhalb der Schären bleiben: also werden wir uns schieben lassen, größere Welle ist nicht zu erwarten. Wir nehmen einen Kaffee und legen ab, Frühstücken kann man bei diesen Bedingungen unter Fahrt.

Trotz Rückenwind ist es ziemlich kühl.

Den Schweden und Finnen scheinen die Temperaturen nichts auszumachen ...
... Auch die Kormorane nehmen das Wetter offensichtlich mit Gelassenheit



Wenn hin und wieder ein Sonnenstrahl herauskommt ...

... gibt es schöne Einblicke und Ausblicke.
Am Schluss gab es dann doch noch eine kleine Irritation: Die elektronische Karte hat den Hafen von Ingmarsö auf die Nordseite der Insel verortet:
Die Suche nach unserem Ziel war an der Nordseite der Insel vergeblich, mit Google Maps fanden wir heraus, dass der Hafen auf der Südseite der Insel liegen muss...

Wir sind fest. Heute bleibt unsere Küche kalt!


Abfahrt: 09:00 Gräddö
Ankunft: 15:30 Ingmarsö Krog
Etappe:     30 sm
Törn:      916 sm