Überführung I

Endlich das passende Wetterfenster. Acht Grad, nur vereinzelt Regen, schöner Vierer aus West. Um halb sechs die Heizung anstellen, halb sieben Aufstehen halb acht Frühstück und halb neun gingen die Leinen in Laboe los.
Natürlich waren in der Hohwarder Bucht Schießübungen, und man wurde angewiesen, den großen Umweg zu fahren. Belohnt wurden wir mit einem herrlichen Segeltag und Leckerem vom mobilen Räucherwagen in Laboe.



Ein ganz kleiner Schauer lief kurz vor der Hafeneinfahrt in Heiligenhafen noch durch und brachte uns nach einem Tag mit schönem vierer Westwind noch eine halbe Stunde einen böigen sechser. Aber nachdem die lange Einfahrt hineinmotort war, hatten wir zum Anlegen wieder moderate Bedingungen.

Selbstverständlich wurde die obligatorische Seebrücke abgegangen.

Nach dem kurzen Ansegeln am Sonntag und der Fördekreuzung am Montag der erste längere Schlag in dieser noch jungen Saison. Herrlich! Es darf sich auf das, was noch kommen soll gefreut werden.

Sometimes it Snows in April

Wie wahr: So sieht es heute Morgen hier aus:


Um sechs Uhr heute Morgen 0 Grad Außen- und 7 Grad Raumtemperatur. Die Heizung hat bis halb acht gebraucht, bis es halbwegs erträglich wurde.

Immerhin, Morgen oder Übermorgen soll es etwas wärmer werden.

Titel Inspiration: Prince R.I.P.

Update 16:00
Jetzt wird es bizarr!

Angesegelt

Kalt wars, aber immerhin, es schien die Sonne zum leichten Wind. So gab es eine Nachmittagsrundfahrt in der Förde.



Noch ein paar Sachen entdeckt, die noch behoben werden müssen, aber sonst alles gut.

Sommertörn 2016 - Die Vorbereitungen

... laufen bereits seit Monaten.
Wo soll es hingehen? Christian Irrgangs "Ostsee linksherum" hat uns am besten gefallen. Also erst Mal nach Osten, dann nach Norden, und dann mal sehen...

Eingewassert ist, die elementaren Dinge wie Bettzeug, Bioland Gulasch und Kidney Bohnen sind an Bord. Auch schon der eine oder andere Weinschlauch mit Rose = der ideale Sommerwein ... im Moment ist die Temperatur auf 4 °C gefallen :-(

Der Inhalt von drei Handwagen ist schon an Bord

Rechts das Bettzeug, links die Kidneybohnen

Der Einstieg vorne
Überfällig! das war immer kippelig und glitschig, auf den Edelstahlkanten ein- und auszusteigen. Jetzt gibt es einen Douglasienklotz mit Spurrillen

Das Alternativschott
Für den Fall dass es 
  • sehr milde Nächte (?), oder
  • viele Schnaken, oder
  • beides gleichzeitig
gibt, sollte uns das neue Schott mit Fliegengitter gut zupass kommen.

Das Kartenmateríal
wurde schon vor einem Monat bestellt und heute abgeholt.
Auffallend: Nördlich Polen (Ost) und Stockholm (West) wird es dünn mit der Auswahl an Karten und Revierführern. Schön, dass es den Nautischen Dienst Kapitän Stegmann gibt! Man sagt ihm, wohin man will, und erhält einen Vorschlag. Oder man sagt, was man will und erhält bessere/alternative Vorschläge. Klasse Service!!!
Und für die Abholung der Karten sollte man sich einen halben Tag Zeit nehmen. Kptn Stegmann sitzt direkt an der Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal in Kiel Holtenau. Bei der Gelegenheit unbedingt die Schleusen besichtigen!




Eingewassert

Gestern wurde eingewassert! Schließlich ist Frühling...
Aber ganz ehrlich, heute Abend fühlt es sich alles andere als frühlingshaft an: 5° Celsius in der Kieler Förde, und das Wochenende ist mit Schnee- und Graupelschauern angekündigt.
Gut, dass die Heizung böllert, sonst könnte man auf dem Boot wohl keinen Blog schreiben



Little Wing behind the scenes

Gefunden auf YouTube:


"In the year 3000 we´ll still be listening to Little Wing"

Ansehen ist sehr empfehlenswert! - Schade, in Deutschland leider nicht ohne Tricks verfügbar

Der Segelsommer 2015

Kalt

Sehr kühl hat die Saison dieses Jahr begonnen, Mai und Juni waren sehr frisch. Während es im Süden Deutschlands sehr hohe Temperaturen hatte, waren wir froh, wenn die 15° Marke erreicht wurde.
Zum Beispiel kam Richi Anfang Juni aus 30°, um frühmorgens vom Piloten beim Landeanflug auf Hamburg zu hören, dass das Wetter "schön, bei einer Lufttemperatur von 3°" sei.
Die Saison begann recht kühl...

Nass

Interessanterweise wurden wir eher selten nass von oben. Natürlich gab es den einen oder anderen Guß, aber im Großen Ganzen, zumindest in der rückblickenden Betrachtung, hat es nicht sehr oft geregnet. Wenn, dann gab es einen Schauer, So im Hafen von Wendtorf, kombiniert mit Sonnenuntergang, beim Auslaufen von Kopenhagen, und vor der Flensburger Förde, so spektakulär es aussieht, nach 10 Minuten war der Spuk vorbei


Heiß

Schließlich, gegen Mitte Juni begann es endlich wärmer zu werden, zunächst noch zaghaft, aber kurzzeitig konnte man bereits im T-Shirt posen :-)
12.6.- Ausfahrt Heiligenhafen
Im August:
"Nie lange Hosen angehabt"
Und zur Silverrudder in Svendborg:

Emil (acht Wochen) ist vermutlich der jüngste Zuschauer



Windig

Über mangelnden Wind konnten wir nicht klagen: Erstaunlich wie viel Ostwind wir hatten!
Anfang Mai im dritten Reff im Kleinen Belt nach Norden. Am 7.6. Stehtag in Bogense, da 30+ kn Wind im Hafen. Mitte Juni und im Juli dann eher moderate Bedingungen, Im August gab es alles - außer Westwind (jedenfalls für uns), so z.B. strammen NW 5 Mitte August beim Einlaufen und anlegen in Rerik. Eigentlich war alles voll, aber "wir haben noch nie jemanden fortgeschickt" So geht es ans Ende eines Stegs, kaum einsfünfzig breit, mit exakt ablandigem Wind. Und das bei einem Schiff mit Doppelruder und folglich fehlender Anströmung der Ruderblätter bei kleiner Fahrt...
Man darf nicht aufgeben, jeder Bö folgt eine Flaute und irgendwann klappte es mit einigen sehr netten und ungemein freundlichen Helfern vom lokalen Segelclub. Toller Hafen, nette Leute, tolle Stimmung, die Stunde Anfahrt durchs Salzhaff lohnt sich!

Das Boot

Naja, ein bisschen höher am Wind wäre schön, aber irgendwo ist halt alles ein Kompromiss, und wer hat schon mal auf 37 Fuß Härbölle angelaufen? Toll, mit Kielschwert hoch und 110 cm Tiefgang in solch einen kleinen Hafen einzulaufen!
Ansonsten alles super, alle Leinen ins Cockpit geführt, einhand ist kein Problem -obwohl dis dato immer mindestens mit Zweier-Crew gefahren wurde. Das Cockpit ist geräumig und -- recht trocken, kaum einmal, dass Spray über kommt, sehr angenehm.
Und unten, naja traumhaft, ein Bad, tatsächlich ein Bad, mit Glasabtrennung zur Duschkabine, die man übrigens nicht braucht, wenn man im Sitzen duscht, Was gleichzeitig das Klo mit dem hin und wieder gewünschten (Bedienungsanleitung) Süßwasser nachspült...
In der Pantry (im Wortsinne scheinbar zum Anrichten von kalten Speisen) ein zweiflammiger Herd mit Backofen und Grillfunktion, dazu eine Induktionskochplatte  von Aldi (nur einschalten, wenn der Landstrom genügend abgesichert ist...)
Johann Lafers Entrecôte (so, oder so ähnlich -> runter scrollen bis "Steak mit geschmorten Tomaten") zuzubereiten ist folglich keinerlei Problem :-)

Segelkleid

Schon etwas speziell: 35 m² im Großsegel und 35 m² in der Genua...
Nach wie vor besteht das Gefühl, dass es ein paar Knoten mehr Wind braucht, bis man in die Gänge kommt. Kein Wunder, schließlich kommt der Schwenkkiel mit einem Handicap von 700 kg zusätzlichem Ballast zum Tragen.
Aber dafür gibt es ja seit Saisonbeginn den neuen Code Zero. "Sail when others are already motoring" - war toll!
Den Code Zero haben die Jungs in Heiligenhafen prima hingekriegt.



Auf der anderen Seite, die beiden Reffs, die ab Werk mit kommen, sind dann doch bescheiden. Reff Zwei wird je nach Situation bereits bei 21 Knoten eingebunden. Es war eine kluge Entscheidung, ein drittes Reff in das Groß nähen zu lassen. Sollte man einmal überrascht werden kann man im Reff 3 auch noch bei 27+ kn segeln, und wenn es richig happig kommt, kommt das ebenfalls neue Reff 4 zum Zug, es hat die Größe eines Try-Segels.


Und sonst

Irgendwann gab es die erste Schnecke an Bord
Kommentar von Sohn Hannes: "In der Mitte durchschneiden und liegen lassen, dann kommen keine Neuen mehr."

Noch ein Novum gab es:


Reisen mit Blumenstock.

Haben wir von den Stegnachbarn auf der Tschööö bekommen. Er war schon mit ihnen durch die Sommerferien gereist und hat dann auch noch bei uns den ganzen August und September durchgehalten.

















Die Strecke

Naturgemäß dominant bei einem Standpunkt am Ausgang der Kieler Förde: Fahrten in die dänische Südsee. Und wieder die Erkenntnis, es gibt da noch so viel zu sehen, zu befahren und kenne zu lernen, man könnte für Jahre da hin und immer wieder etwas neues finden.

Dann die großartige Reise nach Kopenhagen (Details hier), Lolland, Falster, Mön, alles sehr schön. Obwohl wir sicherlich den schlechtesten aller möglichen Anreisetage erwischt hatten: Sommerferien, schönes Wetter, Sonntag Nachmittag... Alles was schwimmen kann auf dem Wasser. Um so schöner das Glück mit unserem zentralen Liegeplatz!
Auch die Fahrt nach Rerik war entgegen der Vorhersage sehr schön.Und dann natürlich der Saisonabschluss von Svendborg nach Wendtorf (Details) mit der bisherigen Höchstgeschwindigkeit von 9,5 kn.
Hier der Überblick.