Wieder mal Dänische Südsee

Man stellt sich oft die Frage, wie oft man in die Dänische Südsee fahren kann, ohne schon bekannte Häfen erneut zu besichtigen.
Dies war zwar bei unserem Törn Mitte Juli gar nicht das erklärte Ziel, und so ging es auch - immer wieder gerne - zunächst nach Marstal.
Der Hafen war ziemlich voll, aber in Marstal findet man eigentlich immer noch einen Platz.
Anders sah es tags darauf in Lyö aus, wo wir um 15:15 eintrafen - und - keinen Platz mehr bekamen.
Wohl hätten wir uns irgendwo reinquetschen können, aber da hatten wir keine Lust drauf.
Also wieder raus aus dem Hafen und in der schönen Lyö-Bucht geankert. Wunderschöner Abend, leckeres Essen: Schinken mit Melone, dann Entrecôte, Kartoffel und Bohnen.

Und das Beiboot hat auch seine Jungfernfahrt hinter sich.


Läuft trotz Spinnennetz

Die Kleine sollte auch wieder mal zum Zug kommen. Schließlich hat man sich ja auch nicht so richtig verabschiedet bevor die Neue kam. Außerdem steht die Sommerregatta und ein Partnerschaftsfest im Club an.
Die Kleine ist die kleine Schwester, auch eine Jeanneau, eine Sun Fast 20, mit der wir vor dem Upgrade einige Reisen unternommen haben (im Blog-Archiv alles in 2013 und früher). Nach wie vor ein schönes Boot:


Besagtes Spinnennetz wurde mit der neuen Handy-Linse herangezoomt. Bisschen Übung braucht es noch mit der Auswahl der Position für die Schärfentiefe, aber sonst ganz gut.

Und sie ist doch rund...

... bzw. und sie dreht sich doch

Zwar scheint mittlerweile nachgewiesen, dass dieses Zitat nicht von Galileo Galilei stammt, trotzdem, an diesem Junitag, bei absolut klarer Sicht, kommt einem dieser Satz zwangsläufig in den Sinn, wenn in der Entfernung plötzlich Container auf dem Wasser zu schwimmen scheinen, oder eben, Masten aus dem Wasser ragen.
Sehr beeindruckend.

(c) Richi 2015

(c) Richi 2015
Die Aufnahmen entstanden am 10.Juni 2015 gegen 13:30 südlich Langeland mit Blick nach Osten.

I would sail 500 miles ...


500 nm stehen jetzt für 2015 auf dem Zeiger. Vielleicht werden es noch einmal fünfhundert?
Titel Inspiration

Einweihung des Code Zero

Endlich scheint die Windvorhersage Gelegenheit zu geben, den neuen Code Zero zum ersten Mal auszupacken. Das wird spannend.
Richi kommt mit dem Flughafentaxi nach Kiel, Treffpunkt AWN. Sehr praktisch, wenn man beim Landeanflug in Hamburg (der Kapitän: "Sonnig bei fünf Grad") lernt, dass man bei Wettteronline nicht nur auf das Sonnenbildchen schauen darf, sondern auch auf die Temperatur, auch dann, wenn es zuhause 32° hatte.
Sodann, mit neuem Faserpelz und Segelschuhen ausgestattet, ging es, erst mal zum Einfahren hinaus aus der Förde und -immer wieder gerne- nach Maasholm und mit schönem Bogen an den Steg F längs.



Code Zero - Tag


Am nächsten Morgen bei zackigen 9 Grad aufgewacht, aber steigende Tendenz, es schien den ganzen Tag die Sonne. Am Abend dann T-Shirt und kurze Hose, immerhin.

Aus der Schlei heraus, den Autopilot auf fixen Winkel zum Wind eingestellt und das grooooße neue Segel ausgepackt, gesetzt und sind einfach dem Wind hinterher gefahren.

Schon ein gewaltiges Teil, Groß und Genua haben je 35 qm, der CO allein schon 61 m², dazu noch das Groß...

Und der Code Zero macht genau das, was man erwartet und erhofft hatte, man segelt immer noch, wenn man sonst schon lange motort hätte. Toll, bei zwei, drei bft dahin zu gleiten.


Der sogenannte "Kein-Wind-Tag"

Alle Stegnachbarn in Marstal hatten "kein Wind" in ihrem Wetterbericht.
Wir waren der Meinung, dass es gegen Nachmittag etwas Wind geben sollte. Also haben wir uns den ganzen Vormittag Strategien überlegt und sind um 12 Uhr Mittags los.

-- Und bis 19 Uhr wunderbar gesegelt! Kurze Hose, T-Shirt, 6-10 kn  Wind, den neuen Code Zero gesetzt, toll.
Um die Südspitze von Langeland herum und nach NO nach Langö auf Lolland.

Hier noch ein bisschen Idylle:
















Tags darauf nach Heiligenhafen, wo wir am nächsten Morgen den Segelmacher trafen und viele gute Tipps zum Fahren des Code Zero erhielten.

Die Rückfahrt in die Kieler Förde ging schön. Da "man" bereits um  12:00 aufhörte zu schießen, mussten wir auch keinen Umweg fahren.

Und natürlich wieder mit Code Zero ...

Sogar ein Video ist dabei herausgekommen:
Die erste Halse war das zwar nicht, aber ein gewisser Rhythmus hatte sich bereits eingespielt.


Schöner Törn über 155 sm.









Rund Fünen Anfang Juni

Am Samstag den 30.5. ging es los über Maasholm in die Dyvig. Hier wurde entschieden, wir gehen rund Fünen. Also ging es den Kleinen Belt hoch und oben rüber nach Bogense, wo ein Stehtag folgte.
Am Mittwoch hatte es immer noch eine ordentliche Brise und es ging den ganzen Tag recht hoch am Wind den großen Belt hinunter, unter der Brücke durch und bis nach Lohals. Schließlich kamen wir über Marstal am 5.6. wieder zurück in die Kieler Bucht.



Obwohl es teils recht frisch war...
... und Wind im Überfluss hatte (hier im Hafen von Bogense)...
... gab es auch sonnig - warme Tage
Das imposanteste auf den 280 sm war sicherlich die Große Belt Brücke. Man sieht sie Stunden über Stunden, sie scheint nicht näher kommen zu wollen, wie eine Fata Morgana. Dann ist sie durchfahren aber wenn man zurück schaut, ist sie immer noch da.

Uwe fuhr mit 9 kn Törnspitze - ganz schön gut für einen Segelneuling.


Alle Reffs im Großsegel wurden getestet.

Das neue dritte Reff (siehe Bild) zog uns den Kleinen Belt hinauf, es kommt beim Cruisen ab ~25 kn zum Einsatz.

Das Sturmreff zog uns testweise den Großen Belt hinunter.

Alles passt und steht wie es soll.


Try-Segel-Reff

Was machen wegen dem Sturm Segel?

Ein separates Try-Segel kaufen? Und ggf. Groß wegstauen und Try-Segel setzen? Zweite Keep anbringen, damit das Groß nicht weggestaut werden muss?

Die nun gewählte Lösung stammt von Skip Novak, der die Lösung vor Kap Horn demonstriert hat:
Video - Link

Er zeigt, dass das Setzen eines Try-Segels mehr als zwanzig Minuten erfordert, für kleine Crew erheblich mehr, und diese Zeit auch nur, wenn das Groß nicht weggepackt werden muss, weil eine zweite Keep f.d. Try-Segel vorhanden ist.

Skip Novak empfiehlt schlicht, ein viertes Reff in der Größe eines Try-Segels in das Großsegel zu nähen. Wegen des hohen Aufwands beim Setzen des Try-Segels

Vorläufig wird das Reff klassisch angeschlagen, es besteht jedoch die Möglichkeit, zwei Scheiben für einen weiteren Unterliekstrecker in den Baum einzubauen.