Tag 25 - Stehtag in Halmstad

"There is little to write home about today".
Stadt besichtigt (schön), eingekauft, Wäsche gewaschen.
Sehr, sehr netter Hafenmeister, hat immer wieder viele Tipps und Hilfen.

Aber eine schöne Story gab es von einer schwedischen Seglerin. Sie wohnen am Vänern See und sind über das kurze Kanalstück nach Göteburg hierher gekommen. Sie wird bis Malmö mitsegeln und dann zurück nach Hause fahren, während ihr Mann nach Stockholm segelt, und von dort den größeren Teil der Kanalstrecke zurück in den Vänernsee fährt.
Sie: "In Sweden we call this part of the channel the divorce ditch"
Kein Wunder, der Skipper am Steuer, kommandierend, und die Frau muss alle paar Minuten bei der nächsten Schleuse Leinen legen, Boot halten, Boot abhalten (z.B. von der Schleusenwand), Leinen wieder abmachen, dieselben aufschießen, und das von Morgens bis Abends...
Naja, wem 's Freude macht, der kann ja den Gotakanal befahren.
Wir finden "divorce ditch" eine tolle Wortschöpfung.


Tag 24 - Schwedische Riviera


Auch an der Riviera regnet es einmal. Aber hier gibt es immer wieder einmal Regenpausen. "Landregen" kennt man an der Küste offensichtlich eher nicht. Wir jedenfalls nicht. So können wir morgens noch eine trockene Ortsbesichtigung machen.
Blick vom Hafen nach SW auf die vorgelagerten geschützten Vogelinseln
Oben ein "Museumsschiff", unten im Hafen liegen wir.
Ähnlich wie in Dändemark: kleine Gässchen, kleine Häuser, Rosen und Stockrosen
Der östliche Hafenteil ist für Einheimische und die lokalen Fischer reserviert

Torekov ist ein schönes Städtchen, in der Saison offensichtlich ein bissel überlaufen, besonders wenn nebenan in Båstad gerade die Swedish Open stattfinden.

Da wir die Schwedische Riviera  gestern verpasst haben, wollen wir sie heute erkunden.
Gegen elf geht es los. Für uns ist Wind aus Ost mit vier bis fünf Bft angesagt. Wenn das so ein Ritt wie gestern wird, werden wir wohl nicht gegenan kommen wollen. Plan B lautet deshalb: umdrehen und in die südlich gelegene Bucht Skälderviken einbiegen.

Zur Huk nach Norden geht alles praktisch ohne Wind und als wir oben anlangen und nach SO Richtung Båstad weitertuckern weht praktisch überhaupt kein Wind, es gibt keine Welle, aber drohende schwarze Regenwolken um uns herum.
Die Küste ist steil und felsig, so können wir nah unter Land fahren und sehen
Wanderer, Kletterer, Badende (es ist ja Sommer) und Ziegen
Zumindest eine Vorbeifahrt vor Båstad musste dann noch sein.
Links der Hafen, rechts bei den weißen Zelten wohl das große Tennis
Wir drehen nach N ab und queren die Laholmsbucht mit Ziel Halmstad bei einem schwachem bis mittleren dreier aus NO, also gerade noch hoch am Wind, was hier OK ist, da wir keine Welle haben.

Schon von weitem sieht man: Wir nähern uns einer Stadt:
Es gibt Silos, ...
... einen "richtigen" Industriehafen ...
... und einen tollen vom Hafenmeister zugewiesenen Liegeplatz
im Päckchen im ehemaligen Gewerbehafen.
Dass es zehn Minuten vor dem Festmachen angefangen hat zu regnen, naja, das mit der Kleidung hatten wir ja schon gestern erörtert...
Ein weiterer Schauer hat zu einem schönen Schwatz mit dem extrem netten Hafenmeister geführt. Wir wissen nun um alle Hotspots der Stadt und der Umgebung und werden uns morgen auf Erkundung begeben.
Und wir konnten dem Hafenmeister noch einen Gefallen tun. Seit zwei Jahren wartet er auf einen Hamburger Skipper, der 2015 hier war und von der örtlichen Zeitung interviewed wurde -- und es auf die Titelseite des Lokalblattes geschafft hat...
Die Zeitung liegt im Büro des Hafenmeisters und wartet auf die Übergabe an den Skipper, der gesagt hatte, dass er in zwei Jahren wiederkommen wolle.
Internet sei dank konnten wir ihn mit den wenigen Angaben des Hafenmeistern ausfindig machen und anrufen. Natürlich war er ziemlich überrascht, einen Anruf aus Halmstad zu erhalten, hat sich dann aber riesig gefreut und gesagt, dass er ganz sicher wieder hier her komme, wenn es ihm auch dieses Jahr aus familiären Gründen nicht möglich sei.
Schöne Geschichte.








Tag 23 - Knapp daneben ist auch vorbei

Ostwind mit vier bis fünf Beaufort und das den ganzen Tag. Die einzige Zugabe, die für 16 Uhr vorhergesagt wurde, war Regen.
Alsdann, an der Küste hinunter zur Lahholmsbukten. Das ist die "schwedische Riviera", 13 km Sandstrand. Am nördlichen Eingang zur Bucht zwei schön beschriebene Häfen, Grötvik und Halmstad.
Hier der heutige Track:


Wie man sieht, war dies eher eine flotte Vorbeifahrt mit respektvollem Abstand, als eine Punktlandung. Der Grund: Es stand ab etwa auf Höhe Stenige eine ordentliche Welle mit zweieinhalb Metern mittlerer Höhe, sodass wir soweit abgefallen sind, dass es keine harten Schläge mehr beim Eintauchen des Bugs in die Welle gab. Dies waren dann ca. 65-70 Grad zum Wind.
Der Wind blies sehr konstant mit 4-5, in Böen hin und wieder 6 bft
Da wir drei bis vier Stunden kreuzend investieren hätten müssen, um an das Nordende der Lahholmsbucht zu kommen, entschieden wir, an das Südende weiterzufahren. Wie man am Track sieht, konnten wir unter Land bei weniger Welle auch wieder etwas anluven und den Hafen von Torekov erreichen.
Es war ein toller Ritt über 40 sm in knapp acht Stunden!
Als wir um 16 Uhr festgemacht hatten, konnten wir dem Wetterbericht heute attestieren: Alles richtig, auch der Regen, der keine halbe Stunde bevor wir fest machten einsetzte.
Aber naja, es gibt ja kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung. Die Richtige war rechtzeitig angezogen worden, somit alles bestens. Nur Skippers Füße kamen nicht mehr rechtzeitig in die Gummistiefel, Füße und Lederschuhe trocknen inzwischen wieder langsam...

Wir liegen im Hafen von Torekov außen im Päckchen an einer Hallberg Rassy, der Besitzer erzählt uns, dass hier "the rich Swedes" seien. Man sei eine Pizza essen gewesen, die doppelt so teuer, wie sonst in Schweden war.
Der Revierführer bringt Aufklärung:
Gleich nebenan liegt Båstad. "Bekannt ist der Ferien- und Badeort vor allem für die 'Swedish Open', dem jährlichen hochklassigen internationalen Tennisturnier. Der Ort hat gediegenen, teilweise mondänen Character" (Delius Klasing Sportbootkarten, Satz 3, Revierführer)
Offensichtlich hat ein bisschen Mondänität nach Torekov herübergeweht und die Pizzapreise "mondänisiert" ...
Auch die Liegegebühren sind ein bisschen höher, als sonst.
Ob noch andere Waren und/oder Services betroffen sind, können wir heute nicht mehr herausfinden. Es regnet und wir verlassen das Boot nur noch einmal kurz in einer Regenpause, als direkt hinter uns ein ziemlich großes Motorboot ablegt, worauf wir unser Schiff mit der Hilfe des netten Hallberg Rassy Eigners an den Platz am Kai nehmen.

Mittlerweile wieder im Päckchen, eine Bavaria 46 hat an uns festgemacht. Nette Familie mit zwei Kindern aus Kopenhagen.



Tag 22 - Leichtwind, leicht wechselnd

Wir trennen uns fast ein bisschen wehmütig von Gottskär, es war sehr schön hier.
Gegen 10 Uhr gehen die Leinen los. Der Wetterbericht hat prophezeit, dass es morgens aus O, mittags aus SO, dann aus SW und am frühen Abend aus W wehen soll, und das Ganze mit angenehmen drei bis vier bft. Da wir nach SO wollen, ist der Plan klar, wir gehen an den Wind, machen den Rechtsdreher mit, bis wir wenden und und wieder am Wind zurück auf unser Ziel fahren können.

So war es gedacht. Und so ist es gekommen:

Nur mit dem "kleinen" Unterschied, dass sich der Winddreher nicht wie vorhergesagt über den ganzen Tag erstreckt hat. Das alles fand Mittags innerhalb einer halben Stunde statt. Vorher SO 3, nachher SSW 3, dazwischen 30 Minuten nahezu Windstille.

Wir überlegen, ob man sagen kann, "im Grundsatz" war der Wetterbericht richtig, oder ob man die Vorhersage in der Pfeife rauchen kann...

Wir hatten uns Träslövsläge als Zielhafen ausgesucht und fanden einen großen Sporthafen mit vielen freien Plätzen vor
Grillplatz, einschließlich Grill und Holz, dahinter der weitläufige Sporthafen

Wir hatten uns prompt einen ausgesucht, der, wie sich beim Hafenmeister herausstellte, doch nicht frei war, bekamen aber dann einen Platz zum Längsseits-Liegen direkt unter dem Hafenrestaurant zugewiesen.
So ist unsere Aussicht heute Abend:


Die großzügige Hafenanlage ist umsäumt von kleinen "Fischerhütten" (als dieser Hafen noch voll mit Fischerbooten war), heute bewahren wohl die Segler ihre Siebensachen darin auf.
Es gibt allerdings noch eine Fischereiflotte


Und sogar einen Fischladen. Aber leider am Samstag Nachmittag stängt. Und am Sonntag stängt und am Montag auch stängt. Wir sind gespannt, ob es uns einmal gelingt, frischen Fisch zu bekommen...



Tag 21 - Kein Wind und Regen in Gottskär

Morgens war kein Wind und Regen. Wir haben uns entschlossen, einen Tag stehen zu bleiben. So gibt es nix zu berichten, außer dass wir einen Lesetag eingeschoben haben.

Brigitta liest Bruce Chatwin The Songlines, ich lese Juli Zeh, Unterleuten.

Gegen Nachmittag stand der Wind wieder auf. Er soll auch morgen blasen. Wir werden sehen.

Tag 20 - Göteborg - Vrångö - Gottskär

Gegen neun haben wir heute Morgen unseren schönen einsamen Liegeplatz verlassen. Es war wenig Wind vorhergesagt, weshalb wir uns einen kurzen Sprung in den Göteborgs skärgård vorgenommen haben. Vrångö, eine schöne, und von Einheimischen empfohlene Schäre sollte es werden, kaum zehn Meilen südöstlich.

Mit minimaler Geschwindigkeit teils kreuzend gen Vrångö
Irgendwie haben wir uns sehr langsam und mit Umwegen der Schäre genähert und dann, als wir in den Hafen einfuhren und den Gästesteg besichtigt haben - ein, zwei Plätze waren noch frei, fanden wir: Nein, hier sind die Göteborger in ihrem Naherholungsgebiet. Nicht so ganz genau das, was wir suchen...
Nicht nur Vrångö, alle Schären vor der Stadt sind beliebtes Ausflugsziel der Göteborger

Wir drehen ab Richtung Westen, der Wind sollte zunehmen, dann können wir später nach SW segeln.

So die Idee. Für ein paar Stunden hat es funktioniert, aber dann schläft der Wind ein und der Diesel muss mithelfen.

35 sm später machen wir im Hafen von Gottskär fest. "Liegt abseits der Hauptroute", schreibt der Führer. So ist es, nicht, dass nix los ist, aber es gibt Plätze, es hat Ambiente und ist -- schön.


Tag 19 - Göteborg


Man kann nicht nach Göteborg gesegelt sein, ohne die Stadt zu besichtigen, fanden wir. Also gibt es heute einen Stehtag und Stadtbesichtigung.

Die Markthalle, der erste Zwischenstopp fürs Mittagessen

Poseidon auf dem Götaplatsen. Er hat ...

... eine schöne Aussicht auf die Avenyen.



Die alte Stadtbibliothek ist heute Teil der Unibibliothek
Trefflich geeignet für Après-Uni: Das Haga-Viertel mit unendlich vielen Cafes und Bars
Unser letzter Stopp gilt dem Fischmarkt, ebenfalls eine Halle mit vielen Ständen. Wir kaufen drei verschiedene Sorten Fischfrikadellen fürs Abendessen. und fahren wieder mit Tram und Rad zurück auf das Boot. 
Auch schön: die Ferne vom Trubel der Stadt und die Abendstimmung