Tag 51: Like a Mobo

Bei (anderem) Licht betrachtet war dieser Hafen ganz nett.

Nette Leute halfen uns beim Liegeplatz-Finden,
beim Waschmaschinen-Bedienen
kaum waren wir den Fjord hinausgefahren, dieses:
Mobo Ausfahrt im Rudel
Man erinnert sich gerne, es hat viel Spaß gemacht mit ein paar Kumpeln auf dem Motorrad einen Ausritt zu machen. Einer hinter dem anderen. immer der Straße nach.
Offensichtlich macht man das in Schwedens Norden auch. Nur nicht mit dem Bike, sondern mit dem Motorboot. Nicht der Straße nach, sondern der Wasserstraße folgend. Sieht eigentlich ja auch irgendwie cool aus. 
Und außerdem: Wir sind heute auch 53 sm motort. Der Wind kam wie vorhergesagt aus N, mit sagenhaftem einem Beaufort ( in Böen leichte 2 bft), immer noch steht Hoch Burkhard über uns, folglich kein Seegang. Sieben Tonnen kann man unter diesen Umständen nicht mit Segeln bewegen, da braucht es schon 30 Diesel-Pferdchen.
Wir genießen das Boot heute aus ganz neuer Perspektive.


Der Skipper mit der Lens Camera am Gorilla Stativ
Einfahrt in den Ratansund
nach neun schönen Stunden auf dem Wasser
Und fest am Steg
Und time to go to bed
Titel Inspiration: Charlie Winston


Tag 50: Hoch Burkhard lässt grüßen

Tatsache ist, wir hadern nur ein kleines bisschen mit dem Wetter. Dass der Wind fast die ganze Zeit, als wir nach Norden fuhren aus N kam, dass er nun, da wir nach Süden fahren, aus südlichen Richtungen kommt, dass der Wind, eigentlich seit wir nach Finnland übergesetzt haben eher schwächelt. "Echte" Segler würden sich möglicherweise ziemlich ärgern ,,,
Nicht so wir. Wir genießen das herrliche Wetter

Vereinzelt Schaumkronen ( ~ 3 bft), Blauer Himmel, blaues Wasser
Allerdings kam heute dann doch Kritik auf. Im Schatten ist es kühl. Vor kurzem waren wir doch noch weg aus der Abdeckung der Sprayhood in den frischen Fahrtwind gegangen, weil es sonst zu heiß wurde?
Etwas ist anders. Brigitta kommt dahinter: Wir fuhren bis vor Kurzem gen Norden und die Sonne brannte uns praktisch den ganzen Tag auf den Rücken. Jetzt fahren wir nach Süden und die Segel decken die Sonne ab und werfen Schatten... Wir erinnern uns an einige finnische Segelboote, die uns bei unserem Weg nach N entgegenkamen. Wir im Hemd oder T-Shirt, sie dick eingemummelt. Das ist nun unser Los.
Aber das ist ein Klagen auf hohem Niveau: Schließlich liegen die Temperaturen dank dem Hoch Burkhard, das seinen Weg über Deutschland hier hoch zur nördlichen Ostsee gefunden hat, um die 20°. Daheim in Südbaden hat es heute schwüle 34°...

Unser heutiger Hafen Skellefteåhamn ist ein Vernunfthafen. Es gibt eine Waschmaschine und einen Trockner
D
Die zweite Münze für den Trockner fehlt uns,
also finale Trocknung auf dem Schiff.


Und es gibt eine Tankstelle, die wir morgen früh aufsuchen werden. Der Hafen hat auch zwei schöne Seiten
Das N- und das O-Ufer sind sehr schön
und die Schweden sind nett und hilfsbereit.

Bisher also keine Beschwerden Herr Irrgang...





Tag 49: Kurs Süd

Nein, wir fahren jetzt, nachdem wir soweit im Norden der Ostsee waren, wie es nur geht, nicht zurück nach Hause. Wir haben uns dafür entschieden, nun die schwedische Küste abzusegeln und sind sehr gespannt, was auf uns zukommt.

Für heute war der Wind endlich mal aus N, also der richtigen Richtung vorhergesagt - wenn auch schwach - aber immerhin sollte es bis zum Nachmittag einen Dreier geben, danach Eins mit Böen bis zu zwei Beaufort ...
Also gingen die Leinen schon um acht Uhr morgens los. Die Ausfahrt aus dem Fjord war sehr schön und das Großsegel hat dem Motor immerhin ein bisschen helfen können.
Im Anschluss an den Fjord querten wir schließlich unter Segeln südwärts einen sehr schönen Schärengarten .


 Es ist hier anders als in den finnischen Schären. Es scheint alles etwas milder, gemäßigter zu sein.

Ist ja eigentlich auch kein Wunder, hier ist ja eine Ostküste, in Finnland war es, jedenfalls nörldlich Hanko, eine Westküste. Bei vorherrschenden Winden aus West (außer in den letzten sieben Wochen!) sind die Ostküsten oft die lieblicheren.

Gegen Nachmittag dann wieder mauseglattes Wasser, so als hätte jemand Öl auf der Oberfläche verteilt. aber das Bild hatten wir ja schon auf dem Weg nach Helsinki, deshalb hier kein Foto zu diesem Thema.

Unser heutiges Ziel, die Insel Junkön liegt südöstlich der Stadt Luleå. Der Hafen ist perfekt für "Durchfahrer" wie uns, da man nicht  stundenlang den Fjord hoch zur Stadt muss. Aber er ist natürlich auch ein perfektes Tagesziel für Mobo-Fahrer und Segler aus der Stadt.

Sehr schön hier. Aber nach Wochen sehen wir erstmals wieder vollere Stege

Und ja, dieses Motiv hatten wir gestern schon, aber erstens ist es immer wieder schön und zweitens ist erst heute Vollmond.

23:00 Uhr: Blick nach Süden ...

... und Blick nach Norden

Tag 48: Haparanda - Törehamn

Dieses i-Tüpfelchen hat es noch sein müssen, Törehamn, der nördlichste Punkt der Ostsee war das Ziel:


Es sind 45 Seemeilen von Haparanda bis hier, weil Törehamn ganz am nördlichen Ende des Toröfjärden liegt.
Segelnd wurde heute nur ein kleines Stück zurückgelegt. Hatten wir während unserer Reise nach Norden viel Wind aus nördlichen Richtungen, hat er nun, da wir nach Süden fahren, gedreht und uns mit südwestlichen Winden bedacht.
Trotzdem konnten wir, hoch am Wind, ein - zwei Stunden in die Mündung des Fjord hineinsegeln, ein tolles Erlebnis, wenn nach und nach die Ufer näher kommen.
Unter Motor geht es weiter, bis es nicht mehr weitergeht. Wir machen direkt neben "der Tonne" fest

Brigitta schwimmt im 19,5° warmen Wasser zur Tonne und dreht sie, ...
... sodass man die Koordinaten lesen kann
Und dann noch der Vollmond im Süden ...

... und das im Norden

Am nördlichsten Punkt der Ostsee.

Tag 47: Stehtag in Haparanda

... Wobei Stehtag nicht ganz richtig ist: Zwei Mal 18 km, nach Haparanda und zurück, auf dem Klapprad, fordern auch ihren Tribut: Am Abend ist man rechtschaffen müde in den Beinen.
Nur eine Brücke trennt Haparanda von Finnland. Folglich ist das wichtigste: Ein unglaublich großer IKEA, diverse Outlets, einige riesige Supermärkte.
Wir nehmen den COOP und füllen unsere Vorräte auf.
Es gibt aber auch einige schöne Plätze. Am Fluss einige Cafés, ein schöner Platz mit schönem Stadthotel im Zentrum


Interessantes vom Straßenverkehr: Der Fahrthinder besteht aus vier Baken, die es in einer Art Slalom zu umfahren gilt. 
Wer zu schnell fährt, bleibt hängen;
Scherben zwischen den Baken zeugen davon.
Zurück im Hafen tragen wir uns noch im Gästebuch ein und bewundern den Aufenthaltsraum.
Wie Irrgang schreibt, ein Tempel der erfüllten Haparanda-Sehnsüchte.
Schließlich genießen wir - wegen etwas frischem Wind - die Abendsonne im Cockpit unter der Sprayhood

Es sind ja zwei Dinge: Man ist stolz und zufrieden, hier auf eigenem Kiel angekommen zu sein. Und es ist schön hier, ein netter Hafen mit sehr gutem Service. 
Da kommt einem das chinesische Schriftzeichen Doppelglück in den Sinn!


Tag 46: Marjaniementi - Haparanda

WIR SIND FEST IN HAPARANDA!
Wir können es gar nicht so richtig fassen, man sieht nur Inseln und in der Ferne Industrieanlagen, aber wir wissen, das kann es nicht sein, Haparandahamn liegt abseits der Stadt. Tatsächlich, erst zehn Minuten vorher sieht man den Hafen zum ersten Mal und welch Freude, er liegt in der gerade wieder hervorgekommenen Abendsonne!

Haparandahamn, wir kommen!
Der Reihe nach. Während der Nacht hatte es immer wieder geregnet. Eigentlich sollte es um acht losgehen, aber da regnete es immer noch. Wetteronline.de hat hier oben kein Wetterradar mehr und das Satellitenbild ist ein, zwei Stunden alt. Aber der norwegische Wetterbericht (der uns hier oben übrigens ziemlich enttäuscht hat) bietet auch ein Niederschlagsradar. Gegen neun Uhr wechselte die Farbe von dunkel- auf hellblau. Wir vermuten, das bedeutet von Regen auf Schauer. Das soll unser Slot sein, um die Leinen loszuwerfen. Auf nach Haparanda, es wird eine lange Strecke werden ...
Über eine Stunde fährt man den "Small Craft Track", aber schon nach 45 Minuten können wir Segel setzen und den Track hinaus nach Westen ins tiefe Wasser segeln.

Der Wind war uns so vorhergesagt worden:
09:00 NO  3-4 (Böen 5)
12:00 N   2-3 (4-5)
15:00 WNW 3   (4-5)
18:00 WSW 4-5 (5)
Also ergibt sich die Strategie: Mit dem Nordwind nach Westen, später mit dem Westwind nach Norden.
Tatsächlich wird man südlicher von West fahren müssen. Was wird, wenn dann der Wind nicht wie angekündigt rückdreht? Haparanda ade?
Wir haben Glück, der Wind dreht sogar etwas früher, als vorhergesagt. Trotzdem kommen wir auf Kurs 240° südlicher von West. Brigitta befürchtet schon, ich wäre auf dem Heimweg.



Dann kammt die Mittagsflaute, die wir übrigens sehr oft hatten. Der Code Zero wird eingerollt, der Motor geht an und schiebt uns eine Stunde Richtung NO. Perfektes Timing fürs Mittagessen.
Hügles feine Leberwurst, Senf, Schlemmergürkchen, sehr lecker!
Eine Stunde später ist derselbe Kurs ein Anlieger, die Genua geht hinaus, der Motor wird abgestellt und wir zielen auf die Malören - Insel und können den Kurs fünf Stunden halten. 
15:00 Uhr: 60° am Wind
Um 16:00 ist es schon wieder heiter

Um 16:00 steht im Logbuch "Leuchtturm in Sicht", um 17:30 "Leuchtturm querab"
Moalören, eine kleine Lotseninel mit zwei Nothäfen. Je nach
Wetter einer im Süden und einer im Norden.
Nach 13 Stunden und 15 Minuten sind wir an dem Ort, auf den wir sechseinhalb Wochen und 1550 sm (2871 km) hingefiebert haben



Dort wo das rote Licht brennt sind wir auf Position
65°46,302 N 023°54,007 E

Der Blog ist geschrieben, es ist ein Uhr, und wieder ...

... eine weiße Nacht


Tag 45: Raahe - Marjaniemi auf Hailuoto

Wind NW 2-3 bft. Nachdem wir die Ausfahrt von Raahe hinter uns gelassen haben, geht unser Weg stramm nach Norden. Also hoch an den Wind. Aber mit dem großen Code Zero können wir mit aus acht Knoten Wind fast sechs Knoten in Vorwärtsfahrt umsetzen. Ein prima Segeltag!

Der Hafen von Marjaniementi ist durch den mächtigen Leuchtturm und den noch mächtigeren Radar- und Funkmast schon von Weitem zu sehen.

Das weiße Haus diente früher dem Leuchtturmwärter und den Lotsen
Jetzt sind es Ferienwohnungen.
Ein toller, sicherer Hafen empfängt uns - mit gähnender Leere!
50 Liegeplätze und zwei Boote: Ein Finne und wir
Der Hafenmeister, er betreibt gleichzeitig ein Café und einen Camperplatz, klärt uns auf. Es ist eine Weekend-Location. Die letzten Wochenenden sei es voll gewesen.
Samstag früh geht es weiter, so können wir wie unser gegenüber faul längs an den Steg gehen und ca drei Mooring-Plätze belegen :-)