Schärenfahrt nach Smådalarö


Nach dem gestrigen langen Törn wurde ordentlich ausgeschlafen, geduscht, gefrühstückt und eingekauft, sodass wir um 10:30 Uhr Nynäshamn verlassen haben. Ein Schärentörn war angesagt.

Mit dem Code Zero ging es bei leichtem bis mäßigem Wind durch die Schären. Vorbei an dem besonders schön anzuschauenden Dalarö ,...

...  an Schären, auf denen die Kormorane die Macht übernommen haben, ...

... an schönen Sommerhäuschen und ...

... an ganz besonders schönen Sommerhäuschen.
Schließlich war noch eine Engstelle passiert ...
... und wir waren fest am kleinen Anleger von Smådalarö

Eine genussvolle Segeltour durch die Schären südlich Stockholm!

Abfahrt: 10:30 Nynäshamn
Ankunft: 16:30 Smådalarö
Etappe:     25 sm
Törn:      517 sm

Visby - Nynäshamn


Viertel nach fünf aufstehen, Viertel nach sechs geht es los. Blauer Himmel, mäßiger Wind, leichte Welle. Es wird ein schöner Segeltag werden!

Die Fähren liegen noch fest. Wir werden ihnen auf unserer heutigen Tour vier Mal begegnen.
Mittags gibt es griechischen Salat. Bei diesem Wetter schmeckt er auch in Schweden hervorragend!

Auch der Wind macht Mittagspause - Zeit, ein paar Sachen auszuprobieren ...


Der Wind kam wieder ...
... und es wurde wieder gesegelt.

Um 21:15 Uhr beenden wir einen 15 stündigen herrlichen Segeltag.

Abfahrt: 06:15 Visby auf Gotland
Ankunft: 21:15 Nynä
shamn
Etappe:     88 sm
Törn:      492 sm

Destination Gotland

Ein Hoch auf die Wettervorhersage :-)
Heute war sie sehr genau, dass man es kaum glauben wollte, vor allem nach den Erfahrungen der letzten Tage. Aber der Reihe nach.
Die "Destination Gotland" gestern Abend hat uns wohl inspiriert (letztes Bild im Blog von gestern)
Der Plan, der aus dem Wetterbericht folgte: mit halbem bis raumem Wind nach Nordost Richtung Gotland.

Sieben Uhr fünfzehn: Bye Oskarshamn, war schön hier

Kaum aus den Schären heraus, hatten wir 100 qm Segeltuch gesetzt und glühten mit sechs Knoten vorwärts.
Es hatte keine Welle, die Sonne schien von einem wolkenlosen blauen Himmel, Wind mit drei Bft, praktisch keine Böen, ein Genuss.

Gegen Mittag sollte der Wind laut Vorhersage auf südliche Richtungen drehen. Das tat er auch, nur die Art und Weise war ziemlich verblüffend:



Zunächst hatten wir 13 Knoten (4 Bft) Innerhalb von 40 Minuten schlief der Wind ein, um dann wieder zu alter Frische anzusteigen.

Verbunden mit dem "Mittagsschlaf" des Windes war der vorhergesagte Winddreher von West auf Süd. Wir waren vorbereitet und konnten prima mit dem großen Segelkleid weiterfahren.

Im Hintergrund die Gotland. Sie wird die Insel eher erreichen als wir...

... Gotland, wir kommen!
Abfahrt: 06:45 Oskarshamn
Ankunft: 15:00 Visby auf Gotland
Etappe:     62 sm
Törn:      404 sm

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Heute sind wir die 10.000ste Meile (18.000 km) mit der LITTLE WING 2 gefahren!


Teil 2 hat begonnen: Kalmar - Oskarshamn

Richi war am Samstag Abend angekommen. Wir waren noch abendessen, planten den Sonntag und quatschten noch ein bisschen von alten Zeiten und neuen Aufgaben.
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Es wird langsam zur Routine, der Wetterbericht stimmt nicht. Und zwar überhaupt nicht.
Man hatte uns für den frühen Morgen und Mittag mäßigen Wind aus Ost versprochen, der am Nachmittag über Nord nach West drehen sollte. Also planten wir, früh los zu fahren und den Wind auszunutzen. Um 04:30 Uhr hatte es überhaupt keinen Wind, Wecker neu eingestellt und nochmals ins Bett. Um sechs sah man draußen im Kalmarsund bewegtes Wasser, also los.

Um so größer die Enttäuschung, als wir feststellen mussten, dass es Nordwind hat, also genau gegen uns.

Obwohl wir schon drei Stunden Nordwind hatten, zeigten *alle* Vorhersagen mitten am Vormittag immer noch Ostwind an.

Um es kurz zu machen, als der Wind nach Ost drehte und segelbar gewesen wäre, waren wir schon nach Oskarshamn abgebogen.

Immerhin, wir hatten schönes Wetter...

Das Bild gab es vor kurzem schon einmal, allerdings bei grauem Himmel und Wolken.
Einfahrt nach Oskarshamn. Links der Hafen Ernemar, geradeaus ...

... der Stadthafen. Den haben wir genommen, nachdem wir erfuhren, dass es in Ernemar seit zehn Jahren keine Tankstelle mehr gibt.

LITTLE WING vor Destination Gotland im Abendlicht

Abfahrt: 06:45 Kalmar
Ankunft: 15:00 Oskarshamn
Etappe:     43 sm
Törn:      344 sm

Nach wie vor Wetter zum Feiern

Heute war der schönste Sommertag der bisherigen Reise. Strahlend blauer Himmel, Sonne, 25 Grad.
Das fanden offensichtlich auch die mutmaßlichen Schulabgänger, am dritten Tag in Folge fuhren sie auf den LKW durch Kalmar, spielten laute Musik, tanzten und rockten die ganze Stadt. Natürlich brach wieder der Verkehr zusammen...

Fünf der zwölf LKW von der alten Stadtmauer aus gesehen

Ansonsten ein Tag zum Lesen
Erste Wetterinformationen für die nächste Etappe wurden bereits eingeholt. Leider soll es am Sonntag fast den ganzen Tag regnen. Mal sehen, ob es ein Fenster mit passendem Wind gibt, bei dem es (weitgehend) trocken bleibt.

Ansonsten soll es ein neues Album von The Yardbirds (!) geben:
Aber hören scheint man noch nichts davon zu können. Bis dahin kann man ja nochmals "For Your Love" anhören.

Es ist Sommer, das muss man feiern, das Wetter hat damit nichts zu tun

Sechs Uhr trommelt es auf das Deck. Ein Regenguss geht über Kalmar herunter.Bis der Kaffee fertig ist, hat es schon wieder aufgehört, aber es bleibt trüb und wolkig. Erst am späten Nachmittag soll es aufreißen.
Aber das spielt hier keine Rolle. Mann ist mit kurzen Hosen und T-Shirt unterwegs, Frau im kurzen Rock und/oder knappem Top. Kälteempfindungen scheinen den Schweden abhanden gekommen zu sein.
Gestern gegen elf Uhr begann ein ganz besonderes Schauspiel. Zwölf große LKW fuhren rund fünf Stunden durch das Städtchen, voll beladen mit Jugendlichen, die alle eine Mütze trugen

Drei der zwölf LKW in Hafennähe
Auf allen Lastwagen Discomusik mit unglaublich lauten Subwoofern, die sicherstellten, dass man die Bässe durch den Bauch hörte... Offensichtlich wurde ein Schulabschluss gefeiert. Die Jugendlichen auf den Wagen tanzten ununterbrochen, sangen mit und sorgten für zusätzliche Lautstärke. Der Verkehr im Städtchen war zusammengebrochen, Schrittgeschwindigkeit war angesagt.
Und die "anderen Schweden"? Am Straßenrand wurde gratulierend geklatscht, oft mitgetanzt, die Autofahrer hupten im Takt der Musik. Ein Stadtfest der anderen Art.

Ein bisschen Tanz am Abend? Man stelle einen CD Player mit Verstärker und Lautsprecherbox auf, streue Kreide auf die "Tanzfläche" und los kann es gehen:

Ein Tänzchen in improvisierter Örtlichkeit
Heute traute ich allerdings meinen Augen nicht, am Nachmittag wiederholte sich das Spektakel vom Vortag!
Heute schaute immerhin die Sonne hin und wieder vorbei

Fazit: Summer in the city



Fehler am Plotter und wie sie mit dem Großen und Ganzen zusammenhängen

Der Kartenplotter, kurz Plotter, ist heutzutage das wichtigste Gerät für die Navigation. Alle wichtigen Daten können an diesem Gerät abgelesen werden.

Man sieht Wasser (weiß eingefärbt, sehr flaches Wasser (blau eingefärbt) und Land (gelb eingefärbt). Man sieht andere Schiffe (die Dreiecke). Man sieht sicht selbst, im Zentrum der Karte (das kleine schwarze Schiffchen mit dem roten Strich und Kreis an dessen Ende). Man sieht Angaben zu Wassertiefen (im "weißen" Wasser: "5", "3,9" und "4,7" Meter Tiefe). In der Kopfzeile sieht man Angaben über das eigene Schiff: die momentane Geschwindigkeit (0,2 Knoten SOG) den gefahrenen Kurs (268° COG) die Koordinaten der eigenen Position (POS), die Wassertiefe (TIEFE), die aktuelle Zeit, den Steuerkurs (HDG).
 Es gibt weitere Bildschirmseiten, die man zur Anzeige bringen kann, diese enthalten weitere Informationen, wie zum Beispiel den aktuellen Wind und die Windrichtung usw. usf. ...
Erwähnt sei noch, dass der Plotter auch mitschreibt, wo man wann war, welche Richtung man jeweils fuhr und mit welcher Geschwindigkeit, also einen Track speichert.

Nun "hat es sich zugetragen", dass bei der Wieder-Inbetriebnahme des Boots der Plotter in der besagten Kopfzeile keine Zeit mehr anzeigte. Außerdem war es nach dem ersten Probeschlag nicht mehr möglich, den Track aus dem Plotter auf den Laptop zu kopieren.
Nach der hundertsten Überprüfung aller Einstellungen gab ich entnervt auf und schrieb eine Nachricht an den Hersteller.
Prompt kam die Antwort bereits am nächsten Morgen:
"Guten Morgen,
bitte kontrollieren Sie den Softwarestand Ihres Gerätes.
Das letzte Update kam im Rahmen des GPS-Rollovers heraus. Hier der Link für den Download: https://www.bandg.com/en-gb/news-and-videos-gb/gps-week-rollover/
Mit freundlichen Grüßen | Kind regards"
Um es vorweg zu nehmen, das Update wurde eingespielt, das System neu gestartert und sowohl die Zeitanzeige als auch die Trackfunktion funktionierten wieder einwandfrei. Der Service war super! Hat man auch nicht alle Tage.

Aber was ist ein GPS Rollover? Und mit dieser Frage nähern wir uns dem Großen...

Das Globale PositionierungsSystem  ist etwas Großes, sonst würden unsere Navis und Google Maps und Plotter etc. nicht so gut funktionieren. Einen Überblick gibt es auf Wikipedia.
Die Zeit ist eine der wichtigsten Daten für die Satelliten. Schließlich müssen immer einige davon zusammenspielen, sonst kann unsere Position nicht ermittelt werden und das Navi funktioniert nicht ("kein GPS Signal" ...)
Darstellung der GPS Satelliten bei Wikipedia
:

Das Zusammenspiel der Satelliten basiert auf Gleichzeitigkeit. Um diese zu gewährleisten ist "jeder GPS-Satellit ist mit einer oder mehreren Atomzeituhren bestückt" (Wikipedia)

Aber auch die Computer des GPS-Systems sind nur Computer. Die Zeit wird, zwar extrem hochgenau, in einigen Bits und Bytes abgespeichert. Und irgendwann sind diese Bits und Bytes aufgebraucht und es passt keine neue Zeit mehr hinein.
Kein Problem für den Computer, er fängt einfach wieder bei Null an zu speichern. Und das passiert alle zwanzig Jahre.

Damit gehen wir vom Großen wieder zurück zum Kleinen. Die Plotter, Navis usw. sind ja von Informatikern programmiert worden. Haben sie daran gedacht, dass die GPS-Zeit immer wächst und wächst, aber alle zwanzig Jahre wieder bei Null beginnt?

Falls nicht, funktioniert seit 6. April 2019 das Navi nicht mehr, oder am Plotter wird die Zeit nicht mehr angezeigt und der Track nicht mehr aufgezeigt...
Für solche Fälle hat die IT-Industrie das Mittel des Updates erfunden. Man repariert den Software-Fehler, nennt das neue Programm "Update" und gibt es dem Kunden, der es in sein Gerät einspielen muss. Et voila, der Fehler ist behoben.

Uns freut 's auch, wir können wieder unseren Track visualisieren